Wunderbar, dass eine solch grosse Zahl von Interessierten – darunter viele Kinder – den Weg auf den Hönggerberg fanden! Es ist ja auch sehr spannend, vor dem Baumloch einer Buntspechthöhle auf das „pik, pik“ der herbeifliegenden Spechteltern zu warten und in der Zwischenzeit dem unaufhörlichen Bettelgesang des Nachwuchses zuzuhören.

Wenn die Eltern kommen, wird dieser sofort lauter. Die Jungen drinnen können es kaum erwarten, den feinen Käfer oder die saftige Raupe zu verputzen, die ihnen zuverlässig gereicht wird. Mama oder Papa schaut noch schnell nach, ob vielleicht ein Kotsäckchen aus der Bruthöhle befördert werden muss und die Suche nach Nahrung geht weiter.

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Doch die kleinen Spechte wollen die Welt sehen, aus der ihre Mahlzeiten stammen! War es am Freitagabend nur eine Bewegung, die man durch den Feldstecher erahnen konnte, tauchte am Sonntagnachmittag zur Freude aller schon der Kopf eines Jungspechtes auf. Nicht mehr lange und er steckt seinen Scheitel ganz aus dem Loch. Dieser ist – im Gegensatz zu dem seiner Eltern – feuerrot. Damit ist der Startschuss der Saison gegeben zum Verwechseln des Jungbuntspechts mit dem Mittelspecht, der auch im Höngger Wald lebt und ebenfalls einen roten Scheitel hat. Da muss man dann auf weitere Merkmale wie den gestrichelten Bauch achten, den der Jungspecht eben nicht hat, der Mittelspecht aber schon.

Sich Wissen über die Spechtarten des Höngger Waldes zu erwerben oder aufzufrischen war denn auch der zweite Schwerpunkt der beiden Anlässe. Es ging um die Merkmale des häufigen Buntspechtes, des weniger häufigen Klein-, Schwarz- und Grünspechtes und des seltenen Mittelspechtes, der noch nicht lange hier brütet. Es ging um Dorothee Häberlings Statistiken der letzten zwanzig Jahre (!) zu Anzahl und Ort von Bruthöhlen und Beginn der Lautäusserungen. Es ging um spechtiges Verhalten wie Trommeln in der Balzzeit, gehirnerschütterungsverhindernde Schädelanatomie, Vorlieben für Baumarten beim Höhlenbau, lange Spechtzungen, die im Schädel versorgt sein wollen. Warum man die eigenen Ohren spitzen muss, um eine Spechthöhle zu finden. Wer es nicht mehr weiss, fange noch einmal oben an.

Unterdessen wurden übrigens – wie schön! - bereits zwei Mittelspechthöhlen entdeckt. Die eine zu finden ist allerdings ein bisschen schwieriger, sogar mit hervorragendem Gehör. Die andere jedoch – nur zu!

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