Wappen Zuerich Donnerstag, 12. Januar 2017

Dauer: 19:30 - ca. 21:00 Uhr

Motive von Vogelstimmen werden oft in der Musik verwendet, und sie sind Gegenstand der biologischen Forschung. Christian Marti, Biologe an der Schweizerischen Vogelwarte in Sempach und Hobbymusiker, verbindet beide Aspekte in seinem Vortrag.

 

Wenn Vögel an einem schönen Morgen ihren Gesang vortragen, mag uns dieser als Ausdruck reinster Lebensfreude erscheinen. Für die Vögel aber hat er eine ganz andere, lebenswichtige Bedeutung: Das Männchen verteidigt damit sein Revier gegen Rivalen, und gleichzeitig lockt es damit ein Weibchen an.
Zu allen Zeiten sind Vogelstimmen imitiert worden, sei es mit dem Mund oder mit Instrumenten. Zahlreiche Komponisten haben sich von Vögeln anregen lassen. Aber weiss wohl jeder Flötist, der Vivaldis „Il gardellino“ spielt, wie der Distelfink wirklich tönt? Ist der Kuckucksruf immer eine kleine Terz, so wie er in den meisten Volksliedern wiedergegeben wird, oder singen Kuckucke auch Quarten (wie im „Kohlmeisenlied“ „D‘Zyt isch do“) oder dreisilbige Strophen Kuck-uck-uck? Hat sich Mozart mit dem „Dorfmusikantensextett“ wirklich einen „Musikalischen Spass“ erlaubt – wenige Tage nach dem Tode seines Vaters – oder hat er damit nicht viel eher ein Requiem auf seinen ebenfalls kurz zuvor verstorbenen zahmen Star geschrieben?
Der Biologe und begeisterte Amateur-Musiker Christian Marti geht in seinem Vortrag nicht nur den Funktionen des Vogelgesangs nach, sondern auch ihrer Darstellung und Verwendung in der Musik. Die Beispiele reichen von Vogelstimmenmusik bis zu „Vogelstimmungsmusik“, also von der naturgetreuen Imitation von Vogelstimmen bis zu Werken, die mit dem Bezug auf Vögel eine besondere Stimmung erzeugen möchten.

Referent: Christian Marti, Schweizerische Vogelwarte Sempach

Veranstalter: Regionalgruppe Zürich

Ort: ETH Zentrum, Rämistrasse 101, Hörsaal D 3.2

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