Rebbergvogel auf dem Rückzug

Erst vor einiger Zeit nach Mitteleuropa eingewandert, ist der Girlitz heute wieder auf dem Rückzug. In Höngg brüten nur noch wenige Paare - unter anderem im Rebberg Chilesteig.

 

Erst vor etwas über hundert Jahren stiess der ursprünglich im Mittelmeergebiet beheimatete Girlitz nach Mitteleuropa vor. Heute kommt er in der ganzen Schweiz vor, gerne am Siedlungsrand oder in abwechslungsreichen Kulturlandschaften. Typisch ist der Girlitz in den Rebbergen, wo er genügend Sämereien als Nahrung findet. Der Mensch hat den Girlitz durch das Anpflanzen von Nadelbäumen unterstützt - der Finkenvogel brütet gerne dort. Damit ist der Girlitz wohl fast die einzige Art die etwas von der übermässigen Anpflanzung von Nadelbäumen in unseren Gärten profitieren kann. Beobachten kann man den Girlitz am besten bei seinem Singflug. Das Männchen lässt seinen klirrenden - an eine rostige Velokette erinnernden - Gesang oft zuerst von einer Baumspitze erklingen, bevor er dann weitersingend langsam fortfliegt. Den Gesang kann man oft schon im März hören, wenn der Girlitz frisch aus den Winterquartieren zurückgekehrt ist. Da der Girlitz Körner und Sämereien frisst, profitiert er von artenreichen Krautsäumen, wo die Wildblumen versamen können. Besonders gerne frisst er die Samen von "Unkräutern" wie Löwenzahn, Vogelmiere oder Hirtentäschelkraut! Mit Unterstützung des NVV Höngg und dank einer grosszügigen Spende von Alnatura konnten 2013 im Rebberg Chilesteig Wildblumenstreifen eingesät werden, wo der Girlitz bestimmt genügend Samen findet.

 

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Girlitz im Jugendkleid (Foto: Marcel Ruppen)

Steckbrief 

Merkmale
kleiner Finkenvogel mit kurzem, dicken Schnabel; Bürzel leuchtend gelb, beim Männchen auch Stirn, Kehle und Brust; Weibchen mehr gestreift und brauner; hat kein Gelb am Schwanz wie der ähnliche Erlenzeisig.

Gesang
Klirrender Gesang, klingt wie ein Schlüsselbund oder eine rostige Fahrradkette.

Zugverhalten
Kurzstreckenzieher, überwintert im Mittelmeergebiet und kehrt im März wieder zu uns zurück.

Brutbiologie
Nest in Sträuchern oder Bäumen (gerne Nadelbäume), 3-5 Eier, Brutdauer 13 Tage, Nestlingszeit 14 Tage

Brutbestand Schweiz
Rund 20-40'000 Paare

Vorkommen Höngg
In Höngg nur noch vereinzelt am Siedlungsrand vorkommend, beispielsweise am Gsteig oder im Rütihof. Brütet regelmässig im Rebberg Chilesteig.

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