Schwalben bringen Glück ins Haus

April – die Mehlschwalben sind zurück!

 

Sie fühlen sich wohl in Höngg, denn hier finden sie gute Orte, wo sie erfolgreich ihre Jungen aufziehen können. Dazu brauchen sie feucht-nasse Böden (Lehm) und geeignete Hausfassaden, wo sie unter Dachvorsprüngen ihr Nest bauen können: eine Viertelkugel, die bis auf ein kleines Einflugloch zugemauert ist. 700-1500 Klümpchen aus Erde oder Ton, vermischt mit Speichel, braucht es; 8-18 Tage arbeiten sie daran. Weil vielerorts Naturböden verschwunden sind, fehlt den Mehlschwalben das Nistmaterial. So wurde ihnen schon in den 60er Jahren mit Kunstnestern geholfen – zum Glück nehmen sie diese Unterstützung gerne an.

Bei den Vogelzählungen für die Vogelwarte Sempach fand ich auch letztes Jahr wieder viele bewohnte Nester. Bei all dem geschäftigen Treiben zuzuschauen ist eine grosse Freude!

Im Juli herrscht Hochbetrieb, die Jungen strecken ihre Köpfchen aus dem Nest, die Eltern sind pausenlos in der Luft am Insekten-fangen und fliegen dann das Nest an: sie klammern sich an der Aussenseite fest, die Jungen sperren hungrig ihre Schnäbel auf. Und schon ist der Spuk vorbei, die Eltern weg, die Jungen immer noch am Betteln. Unermüdlich fliegen die Eltern hin und her – vier Jungvögel verzehren während der Nestlingszeit ca.150'000 Insekten! Erst beim Eindunkeln hört das eifrige Schwätzen der geselligen Tiere auf, bevor es am nächsten Morgen wieder heisst: Futter suchen und füttern. Ihnen am Nest zuzuschauen, hat etwas Wunderbares.

Ende Sommer sammeln sie sich für den langen Flug in den Süden: der Sommer ist vorbei – ein wehmütiger Moment. Zum Glück kommen sie wieder! Und das ist nur möglich dank der engagierten Hilfe und der Toleranz von Höngger Hausbesitzern. Allen, die sich für die Mehlschwalben einsetzen, sei ganz herzlich gedankt!

 

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Foto: Marcel Ruppen

Steckbrief 

Merkmale
Oberseite mit Ausnahme des weissen Bürzels glänzend blauschwarz, Unterseite rein weiss; Schwanz weniger tief gegabelt als bei Rauchschwalbe. Fliegt nicht so schnell wie Rauchschwalbe, eher flatternd, manchmal längere Gleitphasen. Länge 12-13cm, Flügelspannweite 26-29 cm, Gewicht 15-21 g.

Gesang
Schwätzendes Gezwitscher, sich wiederholend, im Flug oder Sitzen. Wie bei allen Kolonienbrütern kaum reviermarkierende Bedeutung, sondern Werbung und Kommunikation.

Zugverhalten
Langstreckenzieher, überwintert südlich der Sahara. In weiten Teilen der Schweiz von April bis Oktober, bis auf 2000 m. Bleibt weniger lang als Rauchschwalbe. Auf der roten Liste als potentiell gefährdet.

Brutbiologie
Baut ihr Lehmnest an Aussenfassade von Gebäuden unterhalb Dachvorsprung, aber auch an Felswänden. 2-6 Eier, Brutdauer 10-20 Tage, Nestlingszeit 24-26 Tage.

Brutbestand Schweiz
100’000 – 200‘000 Brutpaare in der Schweiz

Vorkommen Höngg
In Höngg erfreulicherweise zwei grössere und einige kleinere Kolonien!

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