Anfang April konnte der wichtigste Teil des Mehlschwalbenprojekts umgesetzt werden. An verschiedenen Orten wurden rund 150 neue Nisthilfen für die Mehlschwalben montiert.

Benjamin Kämpfen, Mitteilungsblatt Juni 2016

Noch während die Arbeiten auf der Hebebühne im Gang sind - gerade werden die letzten gereinigten Nester wieder eingesetzt - kommen die Protagonisten zurück: Laut und geschwätzig fliegen die ersten Mehlschwalben den Monteuren um die Köpfe und beziehen gleich wieder ihre Nisthilfen.

Erst vor wenigen Tagen sind sie aus ihrem afrikanischen Winterquartier zurückgekommen. Wegen der warmen Witterung deutlich früher als üblich - deshalb erleben sie Anfang April auch noch die letzten Montagearbeiten.

Ein Problem ist das aber nicht, erklärt die Projektleiterin Verena Steinmann: "Es ist erst eine Vorhut zurück, hauptsächlich sind das Männchen. Diese inspizieren zwar schon die Nester, das Brutgeschäft beginnt dann aber erst, nachdem auch die Weibchen zurück in Höngg sind". Und so meint man, aus dem Gesang der Mehlschwalben-Männchen eine leichte Verärgerung über die Störung herauszuhören. Nachtragend sind sie aber nicht: Kaum sind die gereinigten Nester wieder eingesetzt wird fleissig rein- und rausgeflogen und inspiziert. Die neuen Nester werden noch gar nicht beachtet, das wird sich aber wohl ändern, wenn die gesamte Population zurück ist.

Die Reinigung der Nester hilft den Mehlschwalben. Viele Nester waren stark mit Milben befallen. Diese Parasiten befallen die Schwalben und machen ihnen das Leben schwer. Auch nach der Reinigung wird es noch einige Milben haben, allerdings deutlich weniger als vorher.

Neben der Reinigung einiger alter Nester wurden alte Nester ersetzt und an zusätzlichen Standorten neue Nisthilfen aufgehängt. Zweieinhalb Tage dauerten die Montagearbeiten, dann waren die 150 Nisthilfen mitsamt Kotbretter bezugsbereit. Zusätzlich war allerdings einiges an Vorbereitung erforderlich. So hat Verena Steinmann in zahlreichen Gesprächen und Mails mit Hauseigentümern und Verwaltungen verhandelt und informiert. Dann mussten auch an mehreren Standorten Parkplätze abgesperrt werden, damit die Zufahrt mit der Hebebühne gewährleistet war. Nur dank diesen Vorbereitungen verlief die Montage dann ohne Probleme.

Einzige "Störung" waren die Medien: Gleich am Morgen kam der Höngger auf Platz und am Nachmittag filmte TeleTop die Arbeiten an der Singlistrasse. Es ergaben sich auch zahlreiche Gespräche mit Passanten - einige wunderten sich ob der grossen Hebebühne und dachten dabei wohl zuletzt an Schwalben.

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