150 neue Nisthilfen und geputzte alte standen 2016 für die Mehlschwalben bereit. Damit verdoppelte sich das Wohnungsangebot beinahe. Wir warteten gespannt, wie viele Mehlschwalbenpaare Höngg als Adresse zur Jungenaufzucht wählen würden.

Dorothee Häberling und Verena Steinmann, Mitteilungsblatt Oktober 2016

Nach mehreren Kontrollgängen im Juni und Juli konnte unsere Projektleiterin Verena Steinmann Erfreuliches berichten.

An der Singlistrasse 10, wo alte Nester ersetzt und zusätzlich elf neue montiert wurden, herrschte bald lebhaftes Treiben. 2016 bildete sich hier die grösste Ansammlung von Schwalben, viele brüteten sogar ein zweites Mal. Es erstaunt nicht, dass sich darunter vermutlich Paare befanden, die aus der Nähe zugezogen waren, denn in der Umgebung waren auch einige wenige Nester unbesetzt, welche sonst jedes Jahr genutzt wurden. Wie immer war auch bei der Garage Zwicky ein besonderer Hotspot. Seit Jahren werden dort die Nisthilfen liebevoll betreut, was sicher dazu beigetragen hat, dass die Schwalben nie aus Höngg verschwunden sind.

Auch ganz neue Standorte fanden auf Anhieb Anklang. Das sorgfältige Abklären, welche Standorte die besten Chancen haben, hat sich gelohnt. Eine grosse Überraschung gelang im Bereich Bombachhalde. Seit Jahren gab es dort nur vereinzelte Brutpaare, doch aus Sicht der Sachverständigen ist das Potential dieses Gebietes am Stadtrand mit Limmat und Wiesen als Jagdgebiet eigentlich hoch. Daher wurden auch hier neue Nisthilfen montiert. Mit Erfolg! Elf Paare brüteten, ein Paar baute sich sogar selber ein Naturnest.

In unserer Statistik können wir dieses Jahr 103 Brutpaare aufführen. 2015 waren es 79, im Vorjahr 83. Diese Steigerung haben wir nicht erwartet, denn Mehlschwalben sind ihren Brutplätzen treu und nur wenn genügend Jungtiere nach der langen Reise aus dem Süden zurückkehren, kann eine Kolonie wachsen. Jetzt sind die Hönggerschwalben im Winterquartier in Afrika. Wir freuen uns auf den Frühling, wenn sie wieder zu uns zurückkommen.

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