Die Sonne stand bereits um 6 Uhr am wolkenlosen Himmel, als sich die teilweise noch sehr müden Vogelbeobachter und -beobachterinnen am Hauptbahnhof trafen. Es versprach der ideale Tag für die lange Bergvogelexkursion ins Ursenertal zu werden. Das bestätigte sich bereits in Andermatt. Unweit vom Bahnhof konnten wir immer wieder Birkenzeisige entdecken. Meist laut rufend im Flug, aber manchmal auch fressend auf den hohen Samenständen der Ampfer.

Immer wieder war ein Braunkehlschenmännchen auf einer Warte zu sehen, welches sein Revier überwachte. Hoffentlich waren die Weibchen nicht in den Wiesen mit Brüten oder mit der Jungenaufzucht beschäftigt, als diese in den letzten heissen Tagen gemäht wurden.

Der Weg führte am Golfplatz vorbei dem Hang entlang, wo singende Baumpieper und eine Goldammer zu hören waren. Keine Scheu vor modernen Bauten und Technik haben die Felsenschwalben, welche im Lüftungsschacht des Gotthardtunnels ihre Nester gebaut haben. Der Feldstecher war nicht nur zum Vögel beobachten nützlich, es machte auch Spass den flotten Trab der Pferde zu beobachten, welche die alte Postkutsche hinter Hospental gegen den Pass hinauf zogen.

Unser eigentliches Ziel, die brütenden Schneesperlinge auf dem Furkapass, waren gar nicht so einfach erreichbar. Mit dem Zug ging es zuerst von Hospental nach Oberwald im Wallis und dann hoch mit dem Postauto. Nach einer längeren Pause beim Belvedère erreichten wir die Station Furkablick. Die Schneesperlinge waren nicht zu übersehen. Fleissig trugen sie Futter zu ihren Jungen, die in Nistkästen oder unter den Dächern der ehemaligen Militärunterkunft hausen. Auch bei der Futtersuchen am Rande der Schneeflecken konnten wir ihnen zuschauen. Für die Gruppe gab es eine verdiente Pause untermalt vom Gesang des Bergpiepers.

Auch auf 2400m Höhe war es sehr warm, so dass die kühlen Getränke im Restaurant Furkablick lockten, wo sich auch die höchst gelegene Mehlschwalbenkolonie der Schweiz befindet. Wir kamen gerade rechtzeitig, als ein Team der Vogelwarte die Nistkästen der Schneesperlinge kontrollierte. Ein Jungvogel nach dem anderen wurde aus den speziell konstruierten Nistkästen gehoben, vermessen und beringt. Dieses Jahr wurden blaue Ringe an einem, rot angemalte am anderen Bein befestigt. Richtig putzig sahen sie aus die Kleinen! Es war ein spannender Abschluss der wunderschönen Exkursion.

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