Der heutige Naturspaziergang führte uns zum verpackten Frühling, den wir unter die Lupen nahmen. Gut 50 Personen wollten es genauer wissen und liessen sich von Brigitte in den Bestimmungsschlüssel für Bäume und Sträucher einführen. Dabei galt es, genau hinzuschauen. Haben die Zweige Dornen? Wie sind die Knospen angeordnet? Gegenständig, schraubig, wechselständig oder gar zweizweilig? Wieviele Schuppen besitzen die Knospen? Brigitte führte geduldig und mit viel Fachkompetenz an Beispielen vor, was genau hinschauen heisst. Mit Lupe und Bestimmungsschlüssel ausgerüstet verging die Zeit wie im Fluge. Im besten Licht dank eitlem Sonnenschein und somit milden Temperaturen machte das Bestimmen der Laubbäume und Sträucher im Winterzustand richtig Spass.

Nach dem Betrachten der Knospen durch die Lupe galt es, die Ohren zu spitzen. Welche Vögel sind schon da? Von welchen Vögeln hört man schon den Gesang? Und warum singen Vögel überhaupt? Dies und noch viel mehr konnte am Beispiel des Kleibers und Buchfinks von Lydia erfahren werden. Am Schluss wurden die Naturspaziergängerinnen in die Frostschutztechniken der Pflanzen eingeführt. Warum ist es den Frühblühern möglich, die kalten Nächte zu überstehen? Dank Zucker, Eiweiss und Schleimstoffen! Überhaupt haben die Frühblüher clevere Strategien. Im Winter lagern sie in bestimmten unterirdischen Organen – also in den Zwiebeln, Knollen oder Rhizomen – ihre Vorräte an. So ist es ihnen möglich, bereits im Spätwinter zu blühen, obwohl die Sonne noch nicht stark genug ist, um bei der Fotosynthese genügend Energie für die Zuckerbildung zu liefern. Diese „Energiebarren“ oder neudeutsch Powerriegel sind attraktiv für Tiere, leider aber meistens auch für uns Menschen giftig oder ungeniessbar wie uns Sonja erläuterte. Wir aber geniessen daher optisch die ersten Frühblüher wie das Osterglöckchen, das Scharbockskraut oder die Winterlinge am Wegesrand. Nach soviel Informationen und angestrengtem Lauschen und Sehen war der spendierte Tee vom NVV Höngg mehr als willkommen. Dorothee empfing die Spaziergängerinnen aber nicht nur mit warmem Tee und feinen Guetsli, sondern auch mit weiteren Informationen zu den attraktiven Angeboten des Vereins. Wie immer wurde dabei angeregt diskutiert und ausgetauscht. Auf den nächsten Naturspaziergang, wo wiederum viel erfahren werden kann, darf man sich schon jetzt freuen; er wird uns in die Gesänge der Vögel einführen.

Text: Denise Thoma, Foto: Dorothee Häberling

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