Und ewig grüsst… der Biber!

Denn es war natürlich ein Biber und kein Murmeltier, der als Blickfang am Stand des Naturschutzvereins Höngg am 43. Wümmetfäscht vom 27. – 29. September 2019 diente – wir sind in Höngg, zwar am Hang, aber noch nicht ganz in den Bergen. Was war das für ein ausgestopftes Prachtexemplar! Da juckte es einen wirklich in den Fingern, das liebe Biest zu streicheln, aber berühren durfte man es nicht. Dafür lag ein grosses Fell daneben, mit dem man nach Herzenslust kuscheln konnte. Viele Festbesucher sagten, sie hätten noch nie einen Biber gesehen. Mit ein bisschen Glück und Geduld kann man das dämmerungs- und nachtaktive Tier jetzt ganz in der Nähe beobachten. Weil zur Vielfalt der Höngger Natur seit Kurzem eine Biberfamilie gehört, die sich an der Limmat angesiedelt hat.

Auch die übrigen Sinne wurden an diesem schönen Stand bestens angeregt: ein grosser Strauchstrauss mit verschiedenen Beeren wies auf das neue NVVHöngg-Projekt zur Aufwertung der Gehölz- und Waldflächen auf der Werdinsel hin, bei dem typische Arten der Flusslandschaft gefördert werden. Die Insel ist ein Hotspot der Biodiversität in der Stadt Zürich, was der NVVHöngg immer wieder auch bei der Erarbeitung des Nutzungskonzepts in Erinnerung gerufen hat. Ein Standbesucher machte ausdrücklich darauf aufmerksam, es sei alles andere als selbstverständlich, dass unser Verein von Grün Stadt Zürich und dem EWZ bei der Planung der Durchforstung einbezogen worden sei. Wer Lust hatte, konnte sich zur Mitarbeit an diesem Projekt eintragen.

Das wollten einige – und es gab wieder einen Wettbewerb! Eine Besucherin konnte sich noch an den Hauptpreis vom letzten Wümmetfäscht, einen Feldstecher, erinnern und war hauptsächlich gekommen, um ihn diesmal unbedingt zu gewinnen. Nur dass heute der Hauptpreis ein Buch war, was sie aber nicht von der Teilnahme abschreckte. Ein Schüler, der den Wettbewerbszettel ausfüllte, wurde mit einem «Ornis junior», der ornithologischen Zeitschrift für Kinder, beschenkt und kam wenig später zurück. «So ein cooles Heft», lautete sein Feedback. Zahlreiche Besucher machten beim Wettbewerb mit. Gar nicht so einfach herauszufinden, dass an einem heissen Tag am Werdinselkiosk über 1000 Glacés verkauft werden. Über 5000 Menschen suchen an einem schönen Sommerwochenende auf der Insel Erholung. 44% der Standbesucher fanden dieses Aufkommen zu hoch.

Die Limmat - das mochte das Hintergrundplätschern am Stand bedeuten – erfreut und nährt eben viele. So jagen fünf verschiedene Fledermausarten am Fluss, nämlich – in aufsteigender Grösse – Zwergfledermaus, Weissrandfledermaus, selten Rauhautfledermaus, Wasserfledermaus und Grosser Abendsegler. Sie waren als massstabsgerechte Scherenschnitte am Stand aufgehängt. Neben anderen Vögeln brüten auch die Wasseramsel und ein Eisvogelpaar dort. Wer wusste, dass ein Eisvogel 14 bis 22 Fische pro Tag erbeutet, hatte eine weitere Wettbewerbsfrage richtig beantwortet. Ein ausgestopfter Eisvogel war zu bewundern und - sehr interessant! – die lange Nisthöhle, die er in eine Ufersteilwand aus Lehm oder festem Sand baut. Sie ist 40 bis 80 cm lang, endet in einem Kessel und war hier genial massstabsgetreu und hochoval wie in Wirklichkeit nachgemacht.

Es gab jede Menge zu entdecken. Und da es unter den Mitgliedern des NVVHöngg viele ornithologisch Bewanderte gibt, konnte man auch jenem Paar weiterhelfen, das eine Lautaufnahme im Wald gemacht hatte. Es handelte sich um die Rufe eines Waldkauzes.

Pia Schad, Text

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