Corona macht kreativ: obwohl einige Naturspaziergänge ausfallen mussten, verzichtet der NVV Höngg nicht auf interessante Aktionen.

Wegweiser in Spechtform am Waldrand wiesen darauf hin: Vom Auffahrtsdonnerstag, dem 21. Mai 2020 an konnte man an der Sonderistrasse im Hönggerwald ein paar Tage lang Vögel entdecken, die bei Annäherung nicht sofort fortflogen. Es handelte sich um Fotos von verschiedenen Spechtarten, die Teil eines selbst zu erkundenden Parcours waren. Ziel war es, dem Publikum zu zeigen, wie Spechte aussehen und ihren Nachwuchs aufziehen. Im Mittelpunkt stand der Buntspecht.

An einigen Posten wurden Fragen gestellt, die beantwortet werden wollten. Wie gross ist das Eingangsloch zur Bruthöhle? Zur Auswahl standen fünf unterschiedlich grosse Löcher, die den fünf hier beobachtbaren Spechtarten zugeordnet werden konnten, in absteigender Grösse: Schwarzspecht, Grünspecht, Buntspecht, Mittelspecht und Kleinspecht. Bis jetzt wurden im Hönggerwald Bruten von Bunt-, Grün- und Mittelspechten beobachtet.

Oder: Wie unterscheidet man beim Buntspecht Männchen und Weibchen? Das Männchen hat einen roten Fleck im Nacken.

Die Bilderfolge stiess bei vielen Spaziergängern auf reges Interesse. Höhepunkt des Parcours war eine reale Buntspechthöhle in einem Kirschbaum am Wegesrand, aus der äusserst konkrete Töne drangen. Unablässig riefen darin Jungvögel um Nahrung. Eine gute Gelegenheit, diese Bettelrufe ins Ohr zu bekommen, um an anderen Orten vielleicht bald selber eine Bruthöhle zu finden. Mit ein wenig Geduld konnte man beobachten, wie die Spechteltern mit Insekten im Schnabel anflogen, den Nachwuchs fütterten, kurz in die Höhle eintauchten und Kotbeutel abtransportierten. Immer wieder spannend!

Nicht wenige Spaziergänger wollten denn auch wiederkommen, um mit einem Feldstecher dieses Geschehen genauer zu betrachten und das erste Junge zu sehen, das seinen Kopf schon bald neugierig aus der Höhle streckte.

 Pia Schad (Text), Dorothee Häberling (Bilder)

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