Trotz Sturmwarnung fanden sich am letzten Sonntag im März zahlreiche vogelbegeisterte Leute ein, die den Vogelstimmen im Hönggerwald lauschen wollten. Der Zaunkönig war bereits gross angekündigt worden und dann auch einer der ersten Vögel, den man hören konnte.

Die imposante und lautstarke Stimme (bis zu 90 dB!) dieses Vögelchens schallte über den Platz vor dem Friedhof Hönggerberg und bald auch wurde er im Geäst entdeckt. Man erkennt seinen Gesang gut an Sequenzen mit einem metallisch-trillernden „R“. Einen weiteren Vertreter der kleinsten Vögel haben wir schon bald darauf gesichtet. Ein Sommergoldhähnchen sang sein Lied in typisch hoher Tonlage. Das Sonagramm dazu wurde herumgezeigt und, wie auch bei jedem anderen entdeckten Vogel, wurde uns mit Bildern vieles über deren Biologie erzählt. Als kleinster Vogel Mitteleuropas wiegt das Goldhähnchen nur etwa so viel wie ein Stück Würfelzucker. Noch viele weitere Arten wurden gesichtet während über unseren Köpfen Mäusebussarde kreisten und mit lauten Rufen, ähnlich einem Miauen, auf sich aufmerksam machten.

Auf unserem weiteren Weg durch den Hönggerwald begleitete uns das melodiöse Zwitschern des Rotkehlchens, des Buchfinken und verschiedener Meisenarten. Auch den Zilpzalp konnte man oft hören, mit seinem unverkennbaren zweisilbigen „zilp-zalp“-Ruf, welchen man bereits als Kind in der Schule kennenlernte. Die Begeisterung war vor allem bei den jüngsten Teilnehmern gross, als ein wunderschön orange-blauer Kleiber erspäht und uns erzählt wurde, dass dies der einzige einheimische Vogel sein, der an Baumstämmen Kopf über hinunter klettern könne. Kurz darauf erklang der krächzende Ruf des Eichelhähers, den wir dank seines lauten „kwää-kwää“ hoch in den Bäumen ausmachen konnten. Es wurde uns erklärt, der „Polizist des Waldes“ sei meist dann gut zu hören, wenn er lautstarke Warnrufe gegen Fressfeinde ausstosse, wie zum Beispiel gegen den Waldkauz, der auch im Hönggerwald brütet.

Einer der letzten Sänger, den man schliesslich hören konnte, war die Mönchsgrasmücke, die versteckt im Geäst ihr Lied sang. Zur Abschluss der Exkursion rekapitulierten wir nochmals alle gesehenen und vor allem gehörten Vögel, während wir uns bei Tee von der Witterung etwas aufwärmten. Auch der Gesang des Zaunkönigs begleitete uns noch bis zum Schluss, bevor dann allmählich alle aufbrachen, um noch vor Anbruch des Sturmes zu Hause zu sein.

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