Auf dem dritten Naturspaziergang ging es zu den neu gestalteten Limmatauen Werdhölzli am linken Limmatufer.

 

 

Wir trafen uns um 8 Uhr beim Stauwehr Höngg. Barbara Huber begann mit einem Exkurs in die Geschichte. Vor 200 Jahren floss die Limmat noch wild und unberechenbar. Im Gegensatz zum sonnig-trockenen Höngg forderten hier Cholera und Typhus ihre Opfer. Die Auenlandschaft war eine unwirtliche Gegend. Um Land zu gewinnen und die Fluten abzuhalten, wurde die Limmat im 19. Jahrhundert begradigt. Der Auenwald entwickelte sich dadurch zu einem Laubmischwald.

Mit der zunehmenden Verstädterung reichte dieser Hochwasserschutz nicht mehr, um die umliegenden Quartiere zu schützen. So machte sich der Kanton Zürich 2012/2013 daran, den Limmatraum zwischen dem Höngger Wehr und der Autobahnbrücke bei Oberengstringen aufzuwerten – zugunsten von mehr Hochwassersicherheit, Artenvielfalt und Erholungsqualität.

Auf dem Naturspaziergang begutachteten wir die neuen Flachufer. Die Limmat erhält mit den aufgeschütteten Kiesbänken, Totholz und Steinblöcken zusätzliche Dynamik – und neuen Lebensraum für selten gewordene Arten. Wir entdeckten vor allem rund um den neuen Holzsteg im ausgelichteten Werdhölzli-Wald einiges: Der Zaunkönig schmetterte uns seinen Gesang auf Schritt und Tritt entgegen, ein Buntspecht neckte uns mit seinem Versteckspiel und Ringeltauben riefen ihr Huhuu-hu-huhuu von hoch oben herunter. Als Höhepunkt konnten wir ein Graureiherpaar beobachten, das sich zuoberst auf einer Fichte zum Brüten niedergelassen hatte. Vor der Autobahnbrücke kehrten wir um und spazierten zurück. Wir wähnten uns weit weg von der Stadt und ihrer Hektik. Die liebliche Frühlingsstimmung hatte an diesem Sonntag¬morgen alle in ihren Bann gezogen.

Go to top