Es gehört zu den jährlichen Höhepunkten, wenn die Mehlschwalben in ihren Nestern beobachtet werden können. Die ersten Sommergäste trafen am Karfreitag in Höngg ein, jetzt werden die Jungen grossgezogen und im Herbst fliegen sie wieder nach Afrika.

 

Zu Beginn des Naturspaziergangs erklärte Verena Steinmann den Unterschied von Schwalben und Seglern und stellte die Mehlschwalbe anhand ihres Steckbriefes vor. Eine ausgestopfte Vertreterin der Vogelart brachte die Teilnehmenden zum Staunen. Im Sitzen wirkt das 12.5cm hohe Tier viel kleiner als in der Luft, wo ihre Spannweite von bis zu 29cm sie gross aussehen lässt.

In zwei Gruppen wurden die beiden grössten Kolonien in Höngg besucht, die 31 Nester bei der Garage Zwicky und die 18 Nester an der Singlistrasse 10.Letztes Jahr waren 27, resp. 17 davon besetzt. Auch 2015 herrscht Hochbetrieb. An der Singlistrasse ist sogar erstmals ein Naturnest gebaut worden – der Höngger berichtete darüber. Ein Naturnest, welches die Mehlschwalben aus vielen kleinen Lehmklümpchen formen, kann nur gebaut werden, wenn eine offene, feuchte Fläche in der Nähe liegt wie früher Feldwege oder hier der Vorplatz einer Scheune.

In beiden Kolonien beobachteten die Teilnehmenden wie Mehlschwalben die Nester anflogen und ihre Jungen fütterten. Viele Jungvögel, erkennbar an ihren hellen Schnabelrändern, schauten aus der geschützten Höhle und warteten. Die Schwalbeneltern bringen jeweils eine ganze Futterportion aus Mücken, Blattläusen oder anderen fliegenden Insekten. Es überrascht immer wieder wie tief sie die Nahrung in den offenen Schnabel des Jungvogels hinunterstopfen. Auch wer schon viele Mehlschwalben gesehen hat, ist fasziniert und begeistert von diesen Beobachtungen. Eine Gruppe konnte vermutlich sogar eine Paarung beobachten.

Verena Steinmann wird auch dieses Jahr bei allen Schwalbennestern in Höngg nachschauen, ob sie benützt werden. Diese Daten sind die Grundlage für das Projekt Mehlschwalbe, mit welchem der NVV die Mehlschwalben in Höngg erhalten und fördern will. Mehr dazu unter Projekte.

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Mehlschwalbe beim Füttern (Bild von Ernst Betschart)

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