Auf den Spuren des Karmingimpels im Urserental

Am sonnigen Samstagmorgen spazierte eine Gruppe von rund 15 Personen – unter kundiger Leitung von Pia Schad und Claudia Rhyner – von Realp nach Andermatt.

Im schönen Bergtal war es etwas kühler als im heissen Unterland. Einige der duftenden Wiesen waren noch nicht gemäht und deshalb voller Blumen, Käfer und anderen Insekten.

Auf Buschspitzen, Zaunpfählen sowie aus den Wiesen ragenden Steinen konnten wir verschiedene Singvögel sehen wie Neuntöter, Wacholderdrossel, Steinschmätzer, Braunkehlchen.

Kurz huschte ein Feldhase durchs hohe Gras.

Bald darauf kreiste ein Schlangenadler über dem Horizont und landete dann weit oben am Hang, so dass wir ihn in Ruhe durchs Spektiv beobachten konnten.

Claudia zeigte einige Bilder und erklärte uns Wissenswertes zum Karmingimpel. Wir waren sehr gespannt, ob wir ihn hören oder sogar sehen würden.

Die Geräuschkulisse von Reuss und Autos oder Motorrädern erforderten hoch konzentriertes Hören um Vogelstimmen zu erkennen. Wir hörten unter anderem Mönchs- und Gartengrasmücke, Zilpzalp, Heckenbraunelle, Berg- sowie Baumpieper.

In einem kleinen, etwas Schatten spendenden Auenwald, zeigten sich während unserer kurzen Rast Grauschnäpper. 

Einen besonderen Anblick bildeten mehrere eingehüllte Erlen am Flussufer. Nicht Christo und Jeanne-Claude waren am Werk gewesen – nein, Gespinstmotten hatten ganze Bäume silbrig umsponnen und im Gespinst ihre Eier abgelegt. Wir waren fasziniert von diesem Naturkunstwerk.

Bald darauf präsentierte sich der gesuchte Karmingimpel akustisch: Sein „nice to meet you“ war deutlich zu hören.

Gleich daneben konnten wir den Birkenzeisig mehrmals hören, bevor er sich in seinem leuchtenden Federkleid im Geäst eines Baumes zeigte.

Wir spazierten zügig weiter Richtung Kieswerk. Dort liessen sich Gebirgsstelze, Bachstelze und Felsenschwalben beobachten. Alle waren auf Futtersuche für ihren Nachwuchs.

Schliesslich gelangten wir zum Golfplatz, wo Pia uns erklärte, dass dieser Platz in enger Zusammenarbeit mit Pro Natura entstanden sei und die Entwicklung der ökologisch angelegten Gebiete regelmässig untersucht würde. Gemäss Zählungen haben die Brutpaare von Braunkehlchen und Sumpfrohrsänger stetig zugenommen. 

Unweit des Dorfeinganges zeigten uns die beiden Leiterinnen den zu Beginn der Exkursion versprochenen Leckerbissen: ein Birkenzeisignest, in welchem ein flaumiger Jungvogel auf Futter wartete.

Danke, Pia und Claudia, für die schöne Exkursion im Hochtal.

Text: Regina Imfeld / Bilder: Eduard Ramp, Roman Schad

Nächste Anlässe