Der erfreuliche Anstieg der Trauerschnäpper hierzulande seit Anfang des letzten Jahrhunderts ist wohl vor allem Nisthilfen zu verdanken. Auch in unseren Nistkästen beim Ruggernweg hat seit längerem wieder ein Paar gebrütet. Sie sind jedoch klar im Nachteil gegenüber Meisen, da sie erst relativ spät aus ihrem Winterquartier in Westafrika zurückkehren.

Der Trauerschnäpper, wie sein Name schon verrät, schnappt sich als Wartenjäger sein Futter gern geschickt in der Luft. Dort jagt er Fluginsekten, die neben Raupen und Würmern oder manchmal Beeren und Samen seine Hauptnahrung ausmachen. Der erste Teil des Namens beschreibt das kontrastreiche Prachtkleid des Männchens. Es ist schwarz-weiss meistens mit zwei weissen Punkten oberhalb des Schnabels. Die weissen Stirnflecken machen ihn attraktiv für die Weibchen und sind ein Indiz, wie fit er ist. Die Eier signalisieren wie gesund ein Küken nach dem Schlüpfen ist. Eine intensiv blaue Färbung der Eier deutet auf mehr Abwehrstoffe und somit einen gestärkten Nachwuchs hin. Das Weibchen ist für den Nestbau und die Bebrütung der Eier allein verantwortlich. Währenddessen passiert es nicht selten, dass sich die Männchen um ein zweites Weibchen bemühen. Die Kavaliere kehren jedoch nach dem Schlüpfen der ersten Brut wieder zurück und helfen bei der Fütterung der Jungvögel fleissig mit.

Der Trauerschnäpper lebt vor allem in Wäldern, aber auch Gärten und Parks, Hauptsache es sind genug Baumhöhlen zum Brüten oder eben Nistkästen vorhanden. Als Langstreckenzieher trifft er erst im April von seiner Reise aus dem tropischen Afrika ein und hat nun einen klaren Nachteil bei der Suche nach einem Nistplatz, denn die Konkurrenz mit Meisen ist gross. Sie haben ihr Brutgeschäft schon ab März in Angriff genommen und somit viele gute Brutplätze bereits besetzt. Zudem hat der Klimawandel dem Vogel teils stark zugesetzt. Da durch steigende Temperaturen das Nahrungsangebot an Insekten immer früher seinen Höhepunkt erreicht, läuft dieser Spätankömmling Gefahr zu kurz zu kommen. Obwohl der Bestand schweizweit zugenommen hat, hat man im Kanton Zürich in den letzten 20 Jahren eine starke Abnahme feststellen müssen. Der Trauerschnäpper ist eine beliebte Art in der ornithologischen Forschung. Viele Forschungserkenntnisse wurden dank ihm gewonnen und hoffentlich kommen ihm diese nun zugute und der rückläufige Bestand im Kanton Zürich kann sich wieder erholen.

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