Meist ist eine Wacholderdrossel nicht alleine anzutreffen. Sie sind sehr gesellig und brüten als einzige heimische Drosselart auch gerne in kleineren Kolonien.

Die Wacholderdrossel ist ein sehr geselliger, farbenfroher Vogel, der, wie es scheint, sein eher spärlich ausgeprägtes Gesangsrepertoire mit Schönheit wettmachen will. Man erkennt ihn gut am grauen Kopf und im Flug am hell leuchtenden Bürzel, die den rötlich braunen Rücken und den satt gelben Schnabel kontrastieren. Auch die für viele heimische Drosseln typische dunkel gefleckte Brust ist bei ihr schön ausgeprägt.

Bei uns werden Wacholderdrosseln häufig als Winterboten angesehen, da sie besonders ab Herbst zu sehen und lautstark zu hören sind. Sie kommen gerne in grossen Schwärmen, an manchen Orten schon fast invasionsartig, als Wintergast von Skandinavien her zu uns in die Schweiz. Sehr beliebt bei dieser Drossel ist unser reichhaltiges Angebot an Beeren im Herbst. Nicht nur die Vogelbeere und wie der Name bereits vermuten lässt  der Wacholder ist bei ihr beliebt, sondern auch zahlreiche andere Beeren und Früchte. Fallobst, Rosensträucher, Liguster stehen weit oben auf dem Speiseplan sowie auch die für uns giftigen Beeren des Efeus. Da Letztere mitten im Winter zu fruchten beginnen, sind sie eine äusserst wichtige Nahrungsquelle und ermöglichen ein erfolgreiches Überwintern selbst in unseren Breitegraden. Im Gegenzug verbreiten die Vögel wiederum deren Samen.

Wenn es um die Revierverteidigung geht ist mit dieser Drossel nicht gut Kirschen essen. Wenn nötig beschützen sie ihr Territorium und ihren Nachwuchs äusserst aggressiv. Sehr lautstarke Warnrufe und kollektive Angriffe auf Rabenkrähen oder Greifvögel sind keine Seltenheit. Feinde werden gezielt angekotet, was oft überraschend effektiv ist und erfolgreich ausgeht, da die Ausscheidungssekrete das Gefieder des Gegners stark verkleben und ihn manchmal gar vollkommen flugunfähig machen. Dank dieser Verteidigungsstrategie kann der Drosselnachwuchs sicherer und wohlbehütet aufwachsen.

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Steckbrief

Merkmale

Gelber Schnabel; grauer Kopf und Nacken sowie hellgrauer Bürzel; gefleckte ockerfarbene Brust und helle Flanken ebenfalls gefleckt

Gesang / Ruf

Knirschend; Ruf als knackendes, schnell wiederholtes „schak“

Zugverhalten

Kurzstreckenzieher; bei uns auch Wintergäste aus Nordeuropa

Brutbiologie

Mehrere Paare brüten von April bis Mai nah beieinander und verteidigen ihre Nester aggressiv. Napfnester mit 4 – 6 bläulichen, rotgesprenkelten Eier werden 2 Wochen bebrütet. Die Jungen werden nach 2 Wochen flügge und danach nochmals ebenso lang umsorgt.

Brutbestand

Schweiz Ca. 60‘000 Brutpaare; hauptsächlich im Mittelland zu finden, aber generell nicht sehr anspruchsvoll

Vorkommen Höngg

Häufig anzutreffen und vor allem im Herbst und Winter in grossen Scharen zu beobachten

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