Der Buntspecht ist der häufigste Specht in der Schweiz. Durch sein Trommeln an gut hallenden Resonanzkörpern ist er leicht zu erkennen.

Im neuen Brutvogelatlas gehört der Buntspecht zu den Gewinnern. Er ist fast überall häufiger geworden. Die grössten Dichten finden sich in Auenwäldern, in alten Eichen- und Buchenwäldern sowie in alten Parks. Im Kanton Zürich werden auf mehreren Kontrollflächen jährlich die Spechtreviere erhoben (vergleiche Grafik Anzahl Brutpaare). Die Erhebungsmethode erfasst alle Revier markierenden Individuen, währenddem meine privaten Beobachtungen sich nur auf erfolgreiche Bruten beziehen, doch die Tendenzen sind dieselben. Die Vogelwarte erklärt das positive Resultat u.a. mit der Zunahme von Altholz.

Die Nahrung der Buntspechte ist vielseitig. Im Sommer und zur Jungenaufzucht werden viele Raupen und Käferlarven gesucht. Selten werden auch Eier oder Jungvögel verspeist. Im Herbst bereichern Beeren den Speiseplan, während im Winter die Früchte der Bäume im Zentrum stehen. Um an die Samen der Tannzapfen zu gelangen, transportiert der Specht ganze Zapfen zu einer sogenannten „Spechtschmiede“, wo er sie festklemmen kann.

Der Buntspecht ist perfekt für seine Lebensweise an den Baumstämmen ausgerüstet. Seine harten Schwanzfedern stützen ihn und die zusätzlich nach hinten gerichtete Wendezehe gibt ihm Halt. Mit seinem Meissel förmigen Schnabel hackt er Löcher, um mit seiner langen, harpunenartigen Zunge die Insektenlarven herauszuziehen. Schnabel und Kopf sind beim Trommeln und Höhlenbau enormen Belastungen ausgesetzt. Dank komprimierbaren Knorpeln, die das Hirn bestens schützen und dem Unterschnabel, der die Wucht der Schläge z.T. auf den Körper ableitet, kriegt der Specht kein Kopfweh.

Von der „Baumeistertätigkeit“ der Spechte profitieren auch andere Höhlenbewohner: Fledermäuse, Hornissen und verschiedene Vogelarten sind auf verlassene Spechthöhlen angewiesen. Buntspecht170517100616 k

Steckbrief

Merkmale

Schwarz-weisser Specht mit etwas rot am Steiss. Männchen mit rotem Nackenfleck, Weibchen ohne

Gesang / Ruf

Ruft häufig „pic“ (frz. Name!), oft in längeren Reihen. Trommelt zur Reviermarkierung mit schnellen Wirbeln, auch das Weibchen trommelt

Zugverhalten

Standvogel

Brutbiologie

Legt 4-7 Eier in eine selbstgezimmerte Bruthöhle. Die Jungen schlüpfen nach 10-13 Tagen und werden 20-24 Tage in der Höhle gefüttert. Nach dem Ausfliegen werden sie noch bis zu 3 Wochen in Höhlennähe betreut. Beide Partner beteiligen sich am Brüten und Füttern.

Brutbestand Schweiz

70‘000 – 90‘000 Paare

Vorkommen Höngg

Sehr häufig, siehe Aktuell

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