Auch für erfahrene Naturbeobachter ist die Sichtung eines Eisvogels jedes Mal etwas Spezielles. Warum er vor allem an klaren Gewässern zu finden ist und weshalb er trotz seines Namens keine grosse Freude an Eis hat, erfahren Sie in diesem Portrait.

Der Eisvogel, einer unserer farbenprächtigsten Vögel, ist unverwechselbar und bei vielen bekannt wie auch beliebt. Im Übrigen stammt sein Name aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vom Wort «Eis» ab, sondern vom altertümlichen Wort «isern» (heute: eisern), der seinem bläulichen Glanz zuzuschreiben ist. Eis, insbesondere in der Form von zugefrorenen Gewässern, sind in der Tat fatal für ihn, da er als Fischjäger (daher der englische Name «Kingfisher») auf Fische als Nahrungsquelle angewiesen ist. Oft kann man ihn beobachten, wie er entweder auf Sitzwarten, z.B. über Wasser ragenden Ästen, ausharrt, um nach Nahrung Ausschau zu halten, oder wie er blitzschnell knapp über dem Wasser vorbeifliegt und dabei seinen typischen hohen «zii»-Pfiff von sich gibt. Oft sieht man den Eisvogel nur für kurze Zeit, was ihm auch den Spitznamen «blauer Pfeil» eingebracht hat.

Der Eisvogel ist ein Indikator für den Zustand eines Gewässer-Ökosystems. Er lebt vorzugsweise an sauberen, naturnahen Flüssen oder Seen, die zahlreiche Kleinfische beherbergen, die er als Nahrungsgrundlage benötigt. Zudem muss er diese leicht erspähen können, was nur möglich ist, wenn das Wasser klar und unverschmutzt ist. An einem steilen Ufer bohrt der Eisvogel für seine Brut eine tiefe, bis 90 cm lange, Erdhöhle, wo das Weibchen 5 – 7 Eier legt. An vielen Orten, wie z.B. an der Werdinsel, ersetzen künstliche Brutwände die Steilufer. Sobald die Jungen ausgeschlüpft sind, geht die Fischjagd-Saison erst richtig los. Die Jungen werden täglich mit Fischen in der Menge ihres eigenen Körpergewichts gefüttert. Dabei wird aber nicht um das wertvolle Futter gezankt, sondern die Jungen stellen sich in Reih und Glied auf und werden eins nach dem anderen gefüttert. Sprich, sobald ein Junges Futter erhalten hat, heisst es für ihn nun wieder hintenanstehen. Nach rund dreieinhalb Wochen werden sie flügge und sind bereits kurze Zeit später komplett selbstständig. Ihren ersten Tauchgang wagen sie bereits vier Tage nach dem Verlassen des Nests. Doch bald werden sie auch schon von ihren Eltern aus dem Territorium vertrieben und müssen wohl oder übel auf die Suche nach ihrem eigenen Revier gehen.

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Steckbrief

Merkmale

Blau schillernder Rücken, orange Brust

Gesang / Ruf

Kurzer, hoher Pfiff «zii»

Zugverhalten

Standvogel, ganzjährig anzutreffen

Brutbiologie

5 – 7 Eier werden in der Bruthöhle ausgebrütet und die Jungen dreieinhalb Wochen gefüttert bis sie flügge werden. Zwei Bruten pro Jahr zwischen Mai und August.

Brutbestand Schweiz

An naturnahen Gewässern im Mittelland; 400-500 Brutpaare

Vorkommen Höngg

Ein bis zwei Paare an der Limmat

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