Im Heizenholz wird die Natur direkt im Siedlungsraum gefördert. Die Genossenschaft Kraftwerk1, die Mieterschaft der Siedlung Heizenholz und der NVV Höngg werten in einem spannenden Projekt den Aussenraum zusammen auf. Bereits erfolgten der Bau einer Kräuterspirale und die Aufwertung der Hecke.

Ausgangslage und Ziele

Die Siedlung Heizenholz der Genossenschaft Kraftwerk 1 wurde im Jahr 2012 fertiggestellt und bezogen. In den ersten Jahren des Einzugs stand v.a. die Organisation und das Regeln des sozialen Zusammenlebens der Bewohner/innen der Siedlung im Fokus, der grüne naturnahe Aussenraum wurde teilweise durch Initiativen von Bewohner/innen umgestaltet und wird als Erholungsraum genutzt. Im Herbst 2017 haben einige Bewohner/innen zusammen mit Benjamin Kämpfen vom NVV Höngg Überlegungen angestellt, wie man den naturnahen Aussenraum ökologisch aufwerten könnte. Mit diesem Projekt sollte die Umgebung von einer „Standard-Lösung“ eines naturnahen Gartens auf ein vorbildliches Niveau angehoben werden. Durch Optimierung der Umgebungsgestaltung und die Bewirtschaftung kann die Aufwertung zu einem Vorbild für Genossenschaften oder Neubausiedlungen in der Stadt Zürich werden. Das Projekt ist in enger Zusammenarbeit von der Arbeitsgruppe Aussenraum der Siedlung, der Verwaltung und dem Natur- und Vogelschutzverein Höngg entstanden. An zwei Sitzungen haben die Projektbeteiligten Ziele, Wünsche und Erwartungen sowie mögliche Massnahmen diskutiert. An einer internen Versammlung wurde über das Projekt informiert und über die Projektskizze abgestimmt.

Aufwertung Hecke

Die Hecke am Südrand bestand zwar aus heimischen Sträuchern, ist jedoch mit ca. 3–4 m überall gleich schmal und eher hochgewachsen. Durch die Aufwertung wurde die Hecke gelichtet und in der Höhe zurückgestutzt. Mit dem bei der Heckenpflege anfallenden Astmaterial wurden zwei grössere Asthaufen und Kleinstrukturen geschichtet. Diese dienen Igeln, Echsen und Blindschleichen wie auch Insekten als Unterschlupf. Abschnittsweise wurden schnellwachsende Sträucher (v.a. Roter Hartriegel) ausgestockt. In die neu geschaffenen Lücken setzten einige Bewohner/innen in einem knapp zweistündigen Einsatz 60 Sträucher. Schwarzer Holunder, Sanddorn und verschiedene Wildrosen erhöhen die Artenvielfalt und zusätzlich können die Früchte auch von den Bewohner/innen genutzt werden können. Gesamthaft wurden 60 zusätzliche einheimische Sträucher gesetzt, die zu einer Vergrösserung der Oberflächenstruktur (durch sogenannte Buchten) und somit des Lebensraums für Vögel und Insekten beitragen.

Optimierung der Wiesenbewirtschaftung

Die Pflege der Wiese ist einerseits auf die ökologischen Verhältnisse andererseits auch auf die Nutzung der Bewohner abgestimmt worden. Dazu werden Mitte Mai 2018 die Wiesenschnitttermine vom Juni mit den Gärtnern überprüft und angepasst. Ein früher, hoher Grasschnitt im April und dann ein später Schnitt Ende Juni könnte eine Möglichkeit sein, um die Wiese auszumagern. Langfristig wird sie so artenreicher und bietet auch bessere Entwicklungsmöglichkeiten für Insekten.

Nistkästen für Mauersegler auf dem Dach

Mauersegler sind typische Bewohner des Siedlungsraums, leiden aber unter dem Verlust von Nistplätzen. Besonders bei Sanierungen und Neubauten gehen Nistmöglichkeiten unter Dächern, Regenrinnen oder Firstziegeln verloren. Mauerseglerkästen ersetzen diese verschwundenen Nischen. Hohe Häuser, Brücken und Kirchtürme sind Brutorte dieses Flugkünstlers. Die Mauersegler lassen sich beim Abflug einige Meter aus ihrem Nest fallen und benötigen 6–8 m „freien Fall“ für ihren Start. Ein weiterer, entscheidender Punkt war, einen Platz zu finden, wo die Brut nicht durch Katzen, die im und um das Haus leben, gestört werden kann. Zwei Dachabschlüsse zuoberst der 20 m hohen Siedlung erfüllen diese drei Kriterien und sind zusätzlich auf der wettermässig günstigeren Seite gelegen. Mauersegler sind Koloniebrüter, d.h. es brüten mehrere Paare nahe nebeneinander, aber in getrennten Bruträumen. Anfang Mai werden je zwei Kästen mit 5 Brutlöchern direkt auf den metallenen Dachabschluss montiert. Wichtig dabei ist die bündige Montage zum Dachrand, eine Montagehöhe von mindestens 6 Metern über Boden und freie Abflugmöglichkeiten. Ein Mauersegler bleibt der einmal gewählten Bruthöhle wenn möglich ein Leben lang treu. Dieses Jahr werden die Kästen hoffentlich bereits von einjährigen Mauerseglern, die in ihrem ersten Jahr nicht brüten, ausgekundschaftet.

Neugestaltung einer unterschlupfreichen Kräuterspirale

Der bestehende Kräutergarten sollte attraktiver gestaltet werden. Durch eine mit einer Trockenmauer abgestützten Terrainerhöhung im südlichen Teil wurden einerseits unterschiedliche Boden- und Feuchteverhältnisse für Pflanzen geschaffen, anderseits soll das lückige Mauerwerk als Unterschlupf für Kleintiere wie Echsen, Wespen, Hummeln und Wildbienen dienen. Als erstes wurde eine Sickerschicht (ca. 15 cm Erdaushub und Auffüllen mit Schotter) angelegt, darauf wurden unter Anleitung einer erfahrenen Mauerbauerin die Steine geschichtet. Für den Bau der Mauer wurde ausschliesslich Abbruchmaterial verwendet, kleine Restbestände von Natur- und Rasengittersteinen, vor der Entsorgung gerettete Backsteine und Ziegel. Platten (beispielsweise Granit oder Betonriemen) dienen als Abschlussschicht, so dass der Kräutergarten auch bei schlechtem Wetter begehbar bleibt. Vom Blütenangebot der gepflanzten Kräuter und Blumen werden Wildbienen und Schmetterlinge profitieren und neue Nahrungsquellen finden.

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